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Beim
Hören der Platte fühlt man sich wie vom
Sonnenuntergang beschienen. Schon bei den ersten Akkorden könnte
man
meinen, die rote Ballsonne wärmt den Bauch und das Herz und ob es
einem
liegt oder nicht, pfeift oder summt man plötzlich vor sich hin.
Das
kann man mögen oder nicht. Aber wem es gefällt, der ist hier
gut
aufgehoben. Und geht die Straße nach Salamanca mit. Sie ist
staubig und
führt über viele Umwege und Verirrungen, aber man ist gut
gewappnet mit
festem Schuhwerk, der Wasserflasche im Rucksack und der Musik im Ohr.
Und so läuft man los, findet ein wenig sehnsüchtige Ruhe nach
dem, wie
einfach schön einst doch vieles war (Plastic Beads).
Aber nicht zu lange aufhalten. Der Weg ist noch lang. Es geht weiter in
forscheren Schritten, zum hüpfenden Schlagzeug, mit einer
freundliche
Wegbegleitung neben sich. Und auch wenn sie wieder verschwindet, bleibt
die Liebe trotzdem im Kopf. Sie ist immer irgendwie da. Das kann
stören
oder freuen. Aber man darf es auch einfach so hinnehmen. Denn nichts
ist für ewig. Aber heute kann ewig sein (Won’t Be The One).
Mit
dieser Weisheit kreuzt ein Pilgerpfad den eigenen Weg. Es ist Zeit
für
eine kurze Rast und eine Begegnung mit denen, die suchen und finden
wollen. Die Gitarre spielt ruhig und die Stimme wird es auch (Walking The Camino).
Andächtig wird klar, dass es weiter gehen muss. Lässig
trottet man
dahin. Die fussfreundlichen Wanderschuhe getauscht gegen ausgetretene
Stiefel, vorbei an der unerreichbaren Oase (Speed Of Sound)
und hin zum Meer. Die Wellen umspülen die geschundenen Beine. Das
Klavier spielt sein Lied dazu und lässt alles für einen
Moment fließen (Waves).
Die Gedanken rauschen und kreisen um Vergangenes, um Orte und
natürlich
um die Liebe,ums Begehren und Zerfließen. Der Weg gerät aus
den Augen
und es fällt schwer weiter zu gehen.
Aber dann verlässt man das
Meer und läuft und läuft. Die Wasserflasche ist leer, der
Kopf auch,
die Füße haben Blasen, aber die Musik führt weiter. Mal
leise mal
schneller und dann plötzlich liegt Salamanca vor einem.
Gleißend in der
Abendsonne. Aber ist man nun wirklich angekommen? Das entscheidet man
wohl besser erst am nächsten Morgen. Vielleicht war ja auch alles
nur
ein Traum und man sitzt längst im Flugzeug zurück. Dahin wo
man
hergekommen ist. Denn so wirklich halten kann einen das, was man so
lange ersehnte, dann doch nicht (Morning
Light).
Beeinflusst durch jahrelanges
Herumreisen, und die Suche nach dem, was im Leben hält, legt
Trailhead
eine Platte vor, die mal Folk, mal Singer/Songwriter und auch Country
ist. Sie zeichnet Bilder von Landschaften, Begegnungen und
Sehnsüchten.
Die Melodien sind groß durch ihre Einfachheit, der warme Gesang
ist
gespickt von schöner harmonischer Mehrstimmigkeit. Es gibt viel
Gitarre, manchmal Band und manchmal auch ein Klavier. Alles ist in sich
stimmig arrangiert und glänzt durch wunderbar unaufdringliche
Eingängigkeit. Manchmal braucht es eben nicht mehr als eine gute
Melodie und Stimme und die passenden Instrumente.
Hinter
Trailhead steckt der Liederschreiber Tobias Panwitz, wohnhaft in
Berlin, der mal solo, mal mit Band und Gastmusikern seine Musik spielt.
Er war lange auf der Suche nach dem, was ihn vor der Langeweile des
Konstanten bewahrt und übrig blieb die Musik. Orientiert an
Größen wie
Tom Petty oder Neil Young geht er seither seinen musikalischen Weg und
hat nun mit "The Road to Salamanca" ein Kleinod erschaffen, dass in der
ganzen aufgeregten Musiklandschaft zur Ruhe einlädt und sich auf
das
Wesentliche konzentriert.
Und wer, wie ich, nicht spontan
einzuordnen weiß, wo die Straße nach Salamanca zu finden
ist, der kann
die Gelegenheit nutzen und mal wieder den alten Weltatlas aus
Schulzeiten hervorkramen und in Erinnerungen schwelgend abdriften und
gucken, wohin einen der eigene Weg einst schon führte oder wohin
er
noch mal führen soll. Wo Salamanca liegt, weiß man dann
auch. Und
vielleicht hat man auch eine Melodie im Ohr.
(Lichter
Magazin) |